Als Kind waren sie stets etwas unheimlich: Die Besuche in der
Lukas-Mühle in Gildehaus.
Dort nämlich, in dem durch hohe Bäume und Büsche verborgenen
und im Inneren recht dunklen Mühlenstumpf, wirkte der Maler Hartmann, ein
alter, stets schwarz gekleideter, langhaariger Mann.
Besuchsanlässe waren meist der Erwerb einer Bronzefigur des
Herrgottes von Bentheim oder eines seiner Heimatbilder.
Friedrich Hartmann war immer freundlich, aber die ihn
umgebende Aura des Besonderen bleibt für mich bis heute als eine besondere
Erinnerung an einen außergewöhnlichen Menschen.
Nun ist der "Maler Hartmann" seit sechs Jahren tot, und in dem
alten Mühlenstumpf betreibt ein kleiner Verein, dem ich seit dem Tag seiner
Gründung angehöre, ein Museum zu seinem Gedenken.
Auch wenn der Mühlenstumpf längst renoviert und die Wände im
Inneren geweißt sind:
Die Aura des Besonderen ist geblieben. Das merke ich am
heutigen Tag an meinem Jüngsten. Für ihn, der er noch keine zwei Jahre alt
ist, gehört der Spaziergang zur "Mühle", wie er schon lange selbst sagen (und
fordern!) kann, zum festen Ritual seiner Besuche bei seiner Oma.
Sie, meine Mutter, wirkt in der Lukas-Mühle gelegentlich als
ehrenamtliche Hilfe und informiert Gäste über Leben und Werk Friedrich
Hartmanns - so auch an diesem Nachmittag, als ich sie mit ihrem jüngsten
Enkelkind besuche. Für mich ist das ein besonderes Ereignis, nicht nur wegen
der persönlichen Erinnerungen und der Freude über meinen Sohn, sondern auch
wegen des Wissens um die teils verborgenen Kulturschätze Bad Bentheims, unter
denen das Hartmann-Museum besonders wertvoll ist:
Dies auch deshalb, weil es wie kein anderes Museum außerhalb
der Burg zu dem Motto passt, das im vergangenen Jahr eine Antragsinitiative
einer Ratsfraktion trug: "Bad
Bentheim, sagenhaft gut!" - Dass sagenumwobene Orte der Stadt einen großen
Reiz auf Einheimische und Fremde ausüben können, dafür steht auch das
Geheimnisvolle eines Besuchs im "Friedrich-Hartmann-Museum". Auch für uns
Erwachsene ist er nur zu empfehlen!