Die
Westmühle (Lukasmühle) wurde im Jahre 1720 aus behauenen Sandsteinquadern,
die die Steinbrüche am Ort lieferten, errichtet. Graf Hermann Friedrich zu
Bentheim ließ die Mühle durch den Architekten Mattijs Groenland aus den
Niederlanden bauen.
Die
Mühle verfügte über zwei Mahlgänge mit sogenannten Siebzehner Steinen. Während
eines heftigen Sturmes am 15.12.1791 wurde die Mühle sehr beschädigt.

Es
musste eine ganz neue Kappe angefertigt werden. Weil die Mühle zu hoch war
und zu lange Flügel erforderte, wurden zwei Lagen Quader abgenommen.
In
der Zeit von 1902 bis 1913 pachtete der Müller Jan Willem Deunk die Mühle; sie
erhielt einen Körting-Elektromotor, der 1905 angeschlossen und bei
Windflauten in Betrieb gesetzt wurde.
Sein
Nachfolger und zugleich letzter Pächter der Gildehauser West-Mühle wurde im
Jahre 1914 Johann Lohuis aus Wengsel. Doch wurde der Pächter zum Kriegsdienst
eingezogen und die Mühle lag still.
Am 27.08.1916 vernichtete ein Brand das
Wohnhaus, gelegen an der heutigen Ecke Sandstraße/Milkmannstraße, und die
elektrische Aushilfsmühle. Nach Kriegsende nahm Lohuis den Betrieb wieder auf.
Er
installierte einen Rohölmotor, der Zeiten der Windstille oder betriebsbedingter
Reparaturarbeiten (z. B. einen Flügelbruch im Jahre 1934) überbrückte.
Lohuis blieb Pächter der Mühle bis zum käuflichen Erwerb im Jahre
1936. Danach führte er als Eigentümer den Betrieb fort und ersetzte im Jahre
1941 zwei hölzerne Flügel durch eiserne, die er in Holland erworben hatte.
Diese versprachen höhere Bruchsicherheit. Bis Kriegsende lief das Flügelkreuz
so – wie Ludwig Sager es poetisch ausdrückte –, dass immer ein eiserner Arm den
hölzernen und dieser wieder den eisernen jagte.
Noch
am Ostersonntag des Jahres 1945 mahlte die Mühle, als am Tage darauf kanadische
Truppen Gildehaus beschossen. Die Mühle brannte völlig aus. Nur der Stumpf aus
Sandsteinquadern überstand das Feuer.
1947 sollte die Mühle abgerissen werden,
weil durch Brand und Witterung gelockerte Quader herabzustürzen drohten.
Müller Lohuis hatte bereits die beiden obersten Lagen der Quader abgetragen, als der Kunstmaler Friedrich Hartmann das Bauwerk 1948
übernahm, oben eine dritte Lage der Quadersteine entfernte, ein Dach
aufbringen ließ und ein Maleratelier sowie eine Wohnung für seine fünfköpfige
Familie einrichtete.
Bald nach der Währungsreform im Jahre 1948 kaufte
Friedrich Hartmann die Mühle. Er gab ihr den Namen Lukasmühle und
malte auf die
Außenmauer weithin sichtbar einen (heute verblassten) Lukas.......